Bachelor

Die zweisemestrige Pflichtvorlesung vermittelt den Studierenden in den ersten beiden Semestern die Grundkenntnisse der Architekturgeschichte von der Antike bis zur Moderne.

Im Sommersemester werden mit den Studierenden Stadtrundgänge mit Baubeschreibungen durchgeführt, um vor Ort analytisches Sehen und Beschreiben zu üben. Eine zeichnerische Übungsaufgabe steht damit in Zusammenhang. Dieses neu erworbene architekturhistorische Wissen wird am Ende des Sommersemesters in Gruppen mündlich abgeprüft. Ab dem 5. Semester können die Studierenden an Seminaren des Instituts teilnehmen und ihre Kenntnisse zu Gebäudetypen, Stilen, historischen Konstruktionen, denkmalpflegerischen Aspekten und anderen speziellen Fragestellungen vertiefen.

Wintersemester 22/23

Die Vorlesung bietet eine Einführung in die europäische Architekturgeschichte von der Antike bis ins 18.Jahrhundert.

Prof. K. J. Philipp
Dienstags, 17:30 - 19:00 Uhr
Prüfungsnummer: 49041

Keplerstr. 17  Hörsaal M17.01

1. Termin: 08.11.2022

Prof. K. J. Philipp
Dienstags 9:45 - 13:00 Uhr  Raum  6.05
1.Termin: 18.10.22    

Zum April 2023 werde ich, Klaus Jan Philipp, in den Ruhestand versetzt und verlasse die Universität. In meinem letzten Semester möchte ich allen Studierenden unserer Fakultät ein besonderes Angebot machen: Sie können mich alles fragen, was Sie einen Architekturhistoriker schon immer mal fragen wollten!

Die Fragen können sowohl spontan in den Sitzungen gestellt werden, als auch schriftlich eingereicht werden. In letzterem Fall kann ich mich vorbereiten und Ihnen ausführlich antworten. Zugleich wollen wir gemeinsam Ihre Fragen diskutieren.

Prüfungsleistung: Regelmäßige, aktive Teilnehme am Seminar, Übernahme kurzer Referate in den Sitzungen, schriftliche Ausarbeitung zu einem selbstgewählten Thema in Absprache mit dem Seminarleiter.

Dietlinde Schmitt-Vollmer
Dienstags 15:30 - 17:00 Uhr    Raum 10.08
1.Termin: 18.10.22

Die Auffassung vom Organischen in der Architektur hat sich seit dem Ende des 19. Jahrhunderts als oft diskutierten Position entwickelt, die immer wieder neue Aktualität und Interpretation fand. Auch von Vertretern einer funktionalistischen Architektur wird der Ausdruck „organisch“ verwendet um Raumgefühl auszudrücken.

Der Begriff steht für eine formale und räumliche Integration von Architektur und Landschaft, ebenso aber auch für plastische Ausformulierungen von Gebäuden. Organisches Bauen bedeutet einen von innen nach außen gerichteten Entwurfsprozess, bei dem das Äußere eines Gebäudes die innere Struktur spiegeln soll. Das Gebäude soll naturhafte Materialien harmonisch vereinen und sich an den Bedürfnissen der Bewohner und Nutzer ausrichten.

Im Seminar beschäftigen wir uns mit den wichtigen Vertretern dieser unterschiedlichen organischen Architekturen. Sie reichen von Louis Sullivan und Frank Lloyd Wright über die Tendenzen sich vom strengen Funktionalismus abgrenzen zu wollen (Erich Mendelsohn, Hugo Häring, Hans Scharoun, Alvar Aalto.), über die die anthroposophische Architektur Rudolf Steiners bis hin zu den Inspirationen aus der Natur bei Antonio Gaudi, Luigi Nervi, Eero Saarinen und Frei Otto sowie der Siedlung Arcosanti von Paolo Soleri, „the city is nature“.

Wo liegen die Grenzen und die Übergänge zu anderen Strömungen, dem Jugendstil, den Brücken Calatravas, den formalistisch überhöhen Bauten Frank Gehrys und ähnlichem? Welche Facetten haben der Städtebau und ökologische Tendenzen dem Begriff hinzugefügt?

Solchen und anderen Fragen wollen wir im Seminar nachgehen.

Prüfungsleistung:

Regelmäßige und aktive Teilnahme, Übernahme kurzer Referate in den Sitzungen; schriftliche Ausarbeitung zu einem selbstgestellten Thema nach Absprache mit der Seminarleiterin.

Abgabe bis 31. 03.2023

Friedrich Becker
Montags 9:45 - 13:00 Uhr   Raum 7.01
1.Termin: 17.10.22  

Württemberg besitzt eine enorme Anzahl noch weitgehend original erhaltener Kirchenbauten aus der Epoche der Spätgotik. Neben den großen Bauten der Reichsstädte sind gerade in Stuttgart und dessen weiteren Umland zahlreiche Dorf- und Stadtkirchen vorhanden, die uns einen Eindruck von der Baukultur in diesem Gebiet vermitteln können. Eine Reihe dieser Bauwerke wird zudem mit einem namentlich bekannten Werkmeister in Zusammenhang gebracht: Aberlin Jörg. Er gilt als Hofwerkmeister des Grafen Ulrich des Vielgeliebten und als der herausragende Architekt der württembergischen Spätgotik. Er soll den Ausgangspunkt des Seminars darstellen. Doch wie groß war sein Einfluss wirklich? Welche Besonderheiten zeichnen die ihm zugeschriebenen Bauten aus? Wie stellt sich das Verhältnis zu anderen, zeitgleich agierenden Werkleuten wie etwa Peter von Koblenz dar?

Diese und weitere Fragen, sollen im Seminar aufgeworfen werden. Ziel ist es die Spätgotik in Württemberg näher zu charakterisieren und diese zu übergeordneten Entwicklungen ins Verhältnis zu setzen. Des Weiteren bietet das Seminar die Möglichkeit das Sehen und Beschreiben von historischer Architektur zu trainieren, die historischen und soziologischen Zusammenhänge spätmittelalterlicher Baukultur zu erfassen und sich mit verschiedenen Aspekten der südwestdeutschen Territorien auseinander zu setzen.

Wenn dies möglich ist, werden ausgewählte Ziele vor allem im Stuttgarter Umland besucht. Die potentiellen Termine und Ziele der Exkursionen werden in der ersten Sitzung bekanntgegeben.

Erwartet werden die regelmäßige Teilnahme am Seminar sowie an den Exkursionen, die Übernahme kleinerer Rechercheaufgaben, eine Präsentation (ca. 25 min.) sowie die Anfertigung einer wissenschaftlichen Seminararbeit als Teil eines zusammenfassenden Readers in den Semesterferien.

Kurssprache ist Deutsch.

Simon Paulus
Blockseminar
1.Termin: 04.11.22   Raum 5.17

Architekturzeichnungen sind etwas Besonderes: Auf der einen Seite bilden sie Projekte, Ideen oder konkrete Planungen ab, sind (auch heute noch) unentbehrlicher Teil der Vermittlung zwischen Architekt, Bauherrn und Handwerker und besitzen damit eine hohen dokumentarischen Informationswert. Auf der anderen Seite können sie selbst zum Kunstgegenstand werden und zeugen oftmals vom künstlerischen und handwerklichen Können ihrer Schöpfer. Über die Visualisierung in der Zeichnung werden so neue Konzepte und Methoden, neue Standards und teils revolutionäre neue Ansätze des Bauens auch darstellungstechnisch repräsentiert.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass solche Zeichnungen und Planunterlagen nicht nur in den Archiven der Bauämter aufbewahrt werden, sondern auch zum gezielten Sammlungsgegenstand von Sammlern – unter ihnen auch Architekten – avancierten.

Im Seminar soll diesem Phänomen der Architekturzeichnung als Sammlungsgegenstand nachgegangen werden. Im Fokus sollen dabei zwei historische Sammlerpersönlichkeiten und ihre jeweiligen Sammlungen stehen: Die Sammlung des Militärarchitekten Ferdinand Friedrich Nicolai (1730-1814) in der WLB Stuttgart und des Architekten und Hochschullehrers Karl Albrecht Haupt (1852-1932) in der TIB Hannover. Ihre Sammlungen von historischen Architektur- und Ingenieurszeichnungen wurden aus ganz unterschiedlichen Beweggründen zusammengestellt und genutzt. Sie gehören heute als historische Sammlungen zu den wenigen noch geschlossen aufbewahrten Sammlungen ihrer Art.

Im Rahmen des Seminars soll in einem zweitägigen Block in Hannover  anhand originaler Bestände des 16.-19. Jahrhunderts der konservatorische Umgang mit dem Medium der Zeichnung und ihre inhaltliche und formale Analyse veranschaulicht und in einer schriftlichen Ausarbeitung vertieft werden.

Daher ist die Teilnehmerzahl auf 10 Personen beschränkt.

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