Bachelor

Die zweisemestrige Pflichtvorlesung vermittelt den Studierenden in den ersten beiden Semestern die Grundkenntnisse der Architekturgeschichte von der Antike bis zur Moderne.

Im Sommersemester werden mit den Studierenden Stadtrundgänge mit Baubeschreibungen durchgeführt, um vor Ort analytisches Sehen und Beschreiben zu üben. Eine zeichnerische Übungsaufgabe steht damit in Zusammenhang. Dieses neu erworbene architekturhistorische Wissen wird am Ende des Sommersemesters in Gruppen mündlich abgeprüft. Ab dem 5. Semester können die Studierenden an Seminaren des Instituts teilnehmen und ihre Kenntnisse zu Gebäudetypen, Stilen, historischen Konstruktionen, denkmalpflegerischen Aspekten und anderen speziellen Fragestellungen vertiefen.

Sommersemester 2018

+-

Architekturgeschichte | Prof. Dr. phil. habil. Klaus Jan Philipp
donnerstags, 9:45 – 11:15 Uhr
1. Termin: 12.04.18
Breitscheidstraße 2, Hörsaalprovisorium 2.02

Was ist warum ein Denkmal? Und warum gehen wir wie damit um? Wieso ist Denkmalpflege eine staatliche Aufgabe? Was sind ihre Ziele, was können wir von ihr erwarten? Was hat das mit uns zu tun? – und wie funktioniert das eigentlich: Denkmale pflegen? Wie bereiten wir als Architekten eine Maßnahme vor, welche Besonderheiten sind zu berücksichtigen?
Diesen und weiteren Fragen nähern wir uns im Seminar von verschiedenen Seiten. Es geht um die Entwicklung des Denkmalbegriffs, um wichtige Manifeste der Denkmalpflege, aber auch um rechtliche und organisatorische Themen. Das Erkennen eines Gebäudes in seiner Konstruktion, Funktion und Bedeutung ist der ideale Ausgangspunkt für den Architekten, um es zu reparieren oder umzubauen. Welche Methoden gibt es dafür? Welche besonderen Genehmigungen sind zu beachten, welche Fördermittel gibt es? Viele Fragen rund um die Denkmalpflege werden gemeinsam erarbeitet und besprochen.

 
montags, 15:45 – 18:45 Uhr
1. Termin: 09.04.18
K1, 5.17

Lehrpersonen Stefan King, Ulrike Plate, Stefan Uhl

  



  


  


  


    

Nach dem Zweiten Weltkrieg orientieren sich beide deutschen Teilstaaten in architektonischen Fragen an ihren jeweiligen Besatzungsmächten. Während sich die Architekten in die Bundesrepublik kategorisch vom Neoklassizismus der 1930er Jahre abwenden und fortan mehrheitlich dem Internationalen Stil unterordnen, verordnet die Regierung der Deutschen Demokratischen Republik ihren Planern eine strikte Anlehnung am Sozialistischen Realismus der Sowjetunion. Die jeweilige architektonische Haltung dient gleichermaßen der Annäherung an die Verbündeten und Abgrenzung zum Gegenpart. Architektur und Städtebau werden zum Spiegel des Wettstreits der Systeme, bei dem sich der Kapitalismus und der Sozialismus gegenüberstehen.
Nirgendwo sonst kristalliert sich die Systemkonkurrenz deutlicher heraus als in Berlin. In der geteilten Stadt wird Architektur zur grenzüberschreitenden Manifestation politischer Entscheidungen, wie der Fernsehturm am Alexanderplatz par exellence vorführt. Auf beiden Seiten entstehen hochwertige Bauten, die den individuellen Gestaltungsdrang der verantwortlichen Architekten sowohl im Westen als auch im Osten veranschaulichen. Seit der Wiedervereinigung beider deutschen Staaten 1990 sind zahlreiche Bauwerke insbesondere im Osten verloren gegangen, so dass Brüche und Übereinstimmungen zuweilen nur noch partiell ablesbar sind. Der Verlust reflektiert indessen auch die weit verbreitete Ablehnung von DDR-Bauten, so dass diese im besonderen Fokus des Seminars stehen.
In den Terminen werden wir die jeweiligen Vorbilder, Beweggründe, Protagonisten, Bauten und Projekte intensiv untersuchen. Die Vorbereitungen dienen als Grundlagen für die EXKURSION nach BERLIN vom 22. bis 26. Mai 2018, die in Kooperation mit dem Seminar Stadtbaugeschichte von Britta Hüttenhain (SI) stattfindet. Für die Teilnahme sind Präsenz und Mitarbeit bei den Seminarterminen, der Exkursion und deren Vorbereitung verpflichtend. Die Vergabe der Plätze erfolgt am ersten Seminartermin zu Beginn des Semesters.

 
dienstags, 14 – 17 Uhr
1. Termin: 10.04.18
K1, 5.17

Lehrperson Christiane Fülscher

  

Städtebauliche und architektonische Transformationen europäischer Städte

Jede Stadt ist das Ergebnis einer langen, individuellen Entwicklung, die von vielfältigen Faktoren geprägt ist. Dabei entstanden spannungsreiche und komplexe baulichen Konstellationen, die viel über ihre jeweilige Entstehungszeit verraten.
Das Seminar befasst sich mit solchen architektonischen und städtebauliche Situationen innerhalb europäischer Städte, in denen sich verschiedene historische Schichten treffen und überlagern. Anhand von zentralen Beispielen werden gemeinsam die Transformationsprozesse urbaner Gefüge und architektonischer Ensembles erarbeitet und analysiert. Geübt wird dabei das Erkennen und Bewerten historischer Spuren und Zusammenhänge im städtischen Kontext.
In Kurzreferaten werden einzelne Beispiele und Themenaspekte vorgestellt und in verschiedenen Medien dargestellt. Abschließend wird eine Hausarbeit angefertigt.
Geplant ist eine mehrtägige Exkursion nach Bosnien-Herzegowina (Sarajevo) und Kroatien (Split), die in der Pfingstwoche stattfinden wird.
Zur Einführung in das Thema:
Spiro Kostof: The City Shaped. Urban Patterns and Meanings Through History. Thames & Hudson, London 1991.
Spiro Kostof: The City Assembled. The Elements of Urban Form Through History. Thames & Hudson, London 1991.

 
donnerstags, 14 – 17:15 Uhr
1. Termin: 12.04.18
K1, 5.17

Lehrpersonen Klaus Jan Philipp, Else Schlegel

Im 17. und 18. Jahrhundert entstanden überall im barocken Europa prachtvolle Schloss- und Residenzbauten, die von ausgedehnten Gartenanlagen umgeben waren. Das Seminar befasst sich aus verschiedenen Perspektiven heraus mit diesen komplexen Ensembles, wobei der topographische Fokus auf Süddeutschland liegt. Neben der Geschichte und den Formen des barocken Schloss- und Gartenbaus wird die Veranstaltung auch Probleme der Erhaltung sowie der Nach- und Umnutzung in den Blick nehmen.
Im Rahmen von Tagesexkursionen werden ausgewählte Schloss- und Gartenanlagen im Umkreis von Stuttgart besucht, um vor Ort prinzipielle Fragen zu diskutieren: Welche Typen von barocken Schlössern und Gärten gibt es? Wie prägten Auftraggeber und Architekten sowie politische und gesellschaftliche Entwicklungen ihre Planung, ihren Bau und ihre Nutzung? Welche gestalterischen Grundlagen, Traditionslinien und Vorbilder zeichnen sich ab? Wie gestaltet sich das Zusammenspiel zwischen Schloss und Garten? Welche Funktionen erfüllte es? Wie sind schließlich spätere Rück- und Weiterbauinitiativen sowie Rekonstruktionen und Umnutzungen einzuordnen?
Impulsreferate und kleinere Rechercheaufgaben sind Bestandteil des Seminars. In den Semesterferien erstellen die Teilnehmer zudem eine schriftliche Hausarbeit. Die Termine und Ziele der Tagesexkursionen werden in der ersten Sitzung bekanntgegeben.
The course will be held in German and English. Both languages can be used for presentations and written assignments. Participants should have an adequate command of both German and English in order to follow all presentations and discussions.

 
dienstags, 9:45 – 13 Uhr
1. Termin: 10.04.18
K1, 5.17

Lehrpersonen Dietlinde Schmitt-Vollmer, Else Schlegel