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Institut für Architekturgeschichte (ifag)

Wir verstehen Architekturgeschichte als Grundlage für den architektonischen Entwurf.

Im Vordergrund der Lehre und Forschung des Instituts steht Architektur als materielle Kultur in historischer Dimension. Dabei gilt das Augenmerk nicht nur dem Gebauten selbst, sondern auch allen medialen Vermittlungsinstrumenten von Architektur, also der Architekturzeichnung, der Fotografie, dem Modell und den neuen Medien. Vermittelt werden historische Grundkenntnisse der Bau- und Stadtbaugeschichte von der Antike bis zur Postmoderne. Bauwerke und Städte werden dabei als Artefakte verstanden, die sowohl ein ästhetisches Eigenleben haben als auch durch verschiedenste Einflüsse geprägt sind. Die gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen, soziokulturellen, materiellen und technischen Bedingungen, denen Architektur und Städtebau unterliegen, werden als Größen verstanden, die sich in Architektur und Städtebau sowohl widerspiegeln als auch wieder auf die gebaute Umwelt rückwirken. Aufgabe des Faches ist es, diese Prozesse am historischen Beispiel vor Augen zu führen.

Aktuell

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In diesem Sommer beleuchtet die Vortragsreihe „ifag um sieben“ Theodor Fischer und die Stuttgarter Schule. Übersicht SoSe 2018

Vergesst Mozart! Über Musik und Architektur in ihren wechselseitigen Aggregatzuständen (c)
Antrittsvorlesung Dr.-Ing. habil. Simon Paulus

Denkmalpflege

Was ist warum ein Denkmal? Und warum gehen wir wie damit um? Wieso ist Denkmalpflege eine staatliche Aufgabe? Was sind ihre Ziele, was können wir von ihr erwarten? Was hat das mit uns zu tun? – und wie funktioniert das eigentlich: Denkmale pflegen? Wie bereiten wir als Architekten eine Maßnahme vor, welche Besonderheiten sind zu berücksichtigen?
Diesen und weiteren Fragen nähern wir uns im Seminar von verschiedenen Seiten. Es geht um die Entwicklung des Denkmalbegriffs, um wichtige Manifeste der Denkmalpflege, aber auch um rechtliche und organisatorische Themen. Das Erkennen eines Gebäudes in seiner Konstruktion, Funktion und Bedeutung ist der ideale Ausgangspunkt für den Architekten, um es zu reparieren oder umzubauen. Welche Methoden gibt es dafür? Welche besonderen Genehmigungen sind zu beachten, welche Fördermittel gibt es? Viele Fragen rund um die Denkmalpflege werden gemeinsam erarbeitet und besprochen.

 
montags, 15:45 – 18:45 Uhr
1. Termin: 09.04.18
K1, 5.17

Lehrpersonen

Stefan King, Ulrike Plate, Stefan Uhl

  

geteiltes Land – geteilte Stadt

Nach dem Zweiten Weltkrieg orientieren sich beide deutschen Teilstaaten in architektonischen Fragen an ihren jeweiligen Besatzungsmächten. Während sich die Architekten in die Bundesrepublik kategorisch vom Neoklassizismus der 1930er Jahre abwenden und fortan mehrheitlich dem Internationalen Stil unterordnen, verordnet die Regierung der Deutschen Demokratischen Republik ihren Planern eine strikte Anlehnung am Sozialistischen Realismus der Sowjetunion. Die jeweilige architektonische Haltung dient gleichermaßen der Annäherung an die Verbündeten und Abgrenzung zum Gegenpart. Architektur und Städtebau werden zum Spiegel des Wettstreits der Systeme, bei dem sich der Kapitalismus und der Sozialismus gegenüberstehen.
Nirgendwo sonst kristalliert sich die Systemkonkurrenz deutlicher heraus als in Berlin. In der geteilten Stadt wird Architektur zur grenzüberschreitenden Manifestation politischer Entscheidungen, wie der Fernsehturm am Alexanderplatz par exellence vorführt. Auf beiden Seiten entstehen hochwertige Bauten, die den individuellen Gestaltungsdrang der verantwortlichen Architekten sowohl im Westen als auch im Osten veranschaulichen. Seit der Wiedervereinigung beider deutschen Staaten 1990 sind zahlreiche Bauwerke insbesondere im Osten verloren gegangen, so dass Brüche und Übereinstimmungen zuweilen nur noch partiell ablesbar sind. Der Verlust reflektiert indessen auch die weit verbreitete Ablehnung von DDR-Bauten, so dass diese im besonderen Fokus des Seminars stehen.
In den Terminen werden wir die jeweiligen Vorbilder, Beweggründe, Protagonisten, Bauten und Projekte intensiv untersuchen. Die Vorbereitungen dienen als Grundlagen für die EXKURSION nach BERLIN vom 22. bis 26. Mai 2018, die in Kooperation mit dem Seminar Stadtbaugeschichte von Britta Hüttenhain (SI) stattfindet. Für die Teilnahme sind Präsenz und Mitarbeit bei den Seminarterminen, der Exkursion und deren Vorbereitung verpflichtend. Die Vergabe der Plätze erfolgt am ersten Seminartermin zu Beginn des Semesters.

 
dienstags, 14 – 17 Uhr
1. Termin: 10.04.18
K1, 5.17

Lehrperson

Christiane Fülscher

    

Schichtung und Gefüge

Städtebauliche und architektonische Transformationen europäischer Städte

Jede Stadt ist das Ergebnis einer langen, individuellen Entwicklung, die von vielfältigen Faktoren geprägt ist. Dabei entstanden spannungsreiche und komplexe baulichen Konstellationen, die viel über ihre jeweilige Entstehungszeit verraten.
Das Seminar befasst sich mit solchen architektonischen und städtebauliche Situationen innerhalb europäischer Städte, in denen sich verschiedene historische Schichten treffen und überlagern. Anhand von zentralen Beispielen werden gemeinsam die Transformationsprozesse urbaner Gefüge und architektonischer Ensembles erarbeitet und analysiert. Geübt wird dabei das Erkennen und Bewerten historischer Spuren und Zusammenhänge im städtischen Kontext.
In Kurzreferaten werden einzelne Beispiele und Themenaspekte vorgestellt und in verschiedenen Medien dargestellt. Abschließend wird eine Hausarbeit angefertigt.
Geplant ist eine mehrtägige Exkursion nach Bosnien-Herzegowina (Sarajevo) und Kroatien (Split), die in der Pfingstwoche stattfinden wird.
Zur Einführung in das Thema:
Spiro Kostof: The City Shaped. Urban Patterns and Meanings Through History. Thames & Hudson, London 1991.
Spiro Kostof: The City Assembled. The Elements of Urban Form Through History. Thames & Hudson, London 1991.

 
donnerstags, 14 – 17:15 Uhr
1. Termin: 12.04.18
K1, 5.17

Lehrpersonen

Klaus Jan Philipp, Else Schlegel

    

Schloss und Garten im Barock

Im 17. und 18. Jahrhundert entstanden überall im barocken Europa prachtvolle Schloss- und Residenzbauten, die von ausgedehnten Gartenanlagen umgeben waren. Das Seminar befasst sich aus verschiedenen Perspektiven heraus mit diesen komplexen Ensembles, wobei der topographische Fokus auf Süddeutschland liegt. Neben der Geschichte und den Formen des barocken Schloss- und Gartenbaus wird die Veranstaltung auch Probleme der Erhaltung sowie der Nach- und Umnutzung in den Blick nehmen.
Im Rahmen von Tagesexkursionen werden ausgewählte Schloss- und Gartenanlagen im Umkreis von Stuttgart besucht, um vor Ort prinzipielle Fragen zu diskutieren: Welche Typen von barocken Schlössern und Gärten gibt es? Wie prägten Auftraggeber und Architekten sowie politische und gesellschaftliche Entwicklungen ihre Planung, ihren Bau und ihre Nutzung? Welche gestalterischen Grundlagen, Traditionslinien und Vorbilder zeichnen sich ab? Wie gestaltet sich das Zusammenspiel zwischen Schloss und Garten? Welche Funktionen erfüllte es? Wie sind schließlich spätere Rück- und Weiterbauinitiativen sowie Rekonstruktionen und Umnutzungen einzuordnen?
Impulsreferate und kleinere Rechercheaufgaben sind Bestandteil des Seminars. In den Semesterferien erstellen die Teilnehmer zudem eine schriftliche Hausarbeit. Die Termine und Ziele der Tagesexkursionen werden in der ersten Sitzung bekanntgegeben.
The course will be held in German and English. Both languages can be used for presentations and written assignments. Participants should have an adequate command of both German and English in order to follow all presentations and discussions.

 
dienstags, 9:45 – 13 Uhr
1. Termin: 10.04.18
K1, 5.17

Lehrpersonen

Dietlinde Schmitt-Vollmer, Else Schlegel

  

 

Kontakt

 

Pauline Desjardins (Sekretariat)