Master

Während des Masterstudiums haben die Studierenden die Möglichkeit sowohl Seminare zu besuchen, als auch eine umfangreichere Projektarbeit (15 LP) durchzuführen und oder ihre Masterarbeit am Institut anzufertigen.

Die Lehre im Masterstudium setzt eine höhere Eigenständigkeit in der Bearbeitung und Durchdringungstiefe der gestellten Aufgaben voraus.

Sommersemester 2018

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Was ist warum ein Denkmal? Und warum gehen wir wie damit um? Wieso ist Denkmalpflege eine staatliche Aufgabe? Was sind ihre Ziele, was können wir von ihr erwarten? Was hat das mit uns zu tun? – und wie funktioniert das eigentlich: Denkmale pflegen? Wie bereiten wir als Architekten eine Maßnahme vor, welche Besonderheiten sind zu berücksichtigen?
Diesen und weiteren Fragen nähern wir uns im Seminar von verschiedenen Seiten. Es geht um die Entwicklung des Denkmalbegriffs, um wichtige Manifeste der Denkmalpflege, aber auch um rechtliche und organisatorische Themen. Das Erkennen eines Gebäudes in seiner Konstruktion, Funktion und Bedeutung ist der ideale Ausgangspunkt für den Architekten, um es zu reparieren oder umzubauen. Welche Methoden gibt es dafür? Welche besonderen Genehmigungen sind zu beachten, welche Fördermittel gibt es? Viele Fragen rund um die Denkmalpflege werden gemeinsam erarbeitet und besprochen.

 
montags, 15:45 – 18:45 Uhr
1. Termin: 09.04.18
K1, 5.17

Lehrpersonen Stefan King, Ulrike Plate, Stefan Uhl

Nach dem Zweiten Weltkrieg orientieren sich beide deutschen Teilstaaten in architektonischen Fragen an ihren jeweiligen Besatzungsmächten. Während sich die Architekten in die Bundesrepublik kategorisch vom Neoklassizismus der 1930er Jahre abwenden und fortan mehrheitlich dem Internationalen Stil unterordnen, verordnet die Regierung der Deutschen Demokratischen Republik ihren Planern eine strikte Anlehnung am Sozialistischen Realismus der Sowjetunion. Die jeweilige architektonische Haltung dient gleichermaßen der Annäherung an die Verbündeten und Abgrenzung zum Gegenpart. Architektur und Städtebau werden zum Spiegel des Wettstreits der Systeme, bei dem sich der Kapitalismus und der Sozialismus gegenüberstehen.
Nirgendwo sonst kristalliert sich die Systemkonkurrenz deutlicher heraus als in Berlin. In der geteilten Stadt wird Architektur zur grenzüberschreitenden Manifestation politischer Entscheidungen, wie der Fernsehturm am Alexanderplatz par exellence vorführt. Auf beiden Seiten entstehen hochwertige Bauten, die den individuellen Gestaltungsdrang der verantwortlichen Architekten sowohl im Westen als auch im Osten veranschaulichen. Seit der Wiedervereinigung beider deutschen Staaten 1990 sind zahlreiche Bauwerke insbesondere im Osten verloren gegangen, so dass Brüche und Übereinstimmungen zuweilen nur noch partiell ablesbar sind. Der Verlust reflektiert indessen auch die weit verbreitete Ablehnung von DDR-Bauten, so dass diese im besonderen Fokus des Seminars stehen.
In den Terminen werden wir die jeweiligen Vorbilder, Beweggründe, Protagonisten, Bauten und Projekte intensiv untersuchen. Die Vorbereitungen dienen als Grundlagen für die EXKURSION nach BERLIN vom 22. bis 26. Mai 2018, die in Kooperation mit dem Seminar Stadtbaugeschichte von Britta Hüttenhain (SI) stattfindet. Für die Teilnahme sind Präsenz und Mitarbeit bei den Seminarterminen, der Exkursion und deren Vorbereitung verpflichtend. Die Vergabe der Plätze erfolgt am ersten Seminartermin zu Beginn des Semesters.

 
dienstags, 14 – 17 Uhr
1. Termin: 10.04.18
K1, 5.17

Lehrperson Christiane Fülscher

Im 17. und 18. Jahrhundert entstanden überall im barocken Europa prachtvolle Schloss- und Residenzbauten, die von ausgedehnten Gartenanlagen umgeben waren. Das Seminar befasst sich aus verschiedenen Perspektiven heraus mit diesen komplexen Ensembles, wobei der topographische Fokus auf Süddeutschland liegt. Neben der Geschichte und den Formen des barocken Schloss- und Gartenbaus wird die Veranstaltung auch Probleme der Erhaltung sowie der Nach- und Umnutzung in den Blick nehmen.
Im Rahmen von Tagesexkursionen werden ausgewählte Schloss- und Gartenanlagen im Umkreis von Stuttgart besucht, um vor Ort prinzipielle Fragen zu diskutieren: Welche Typen von barocken Schlössern und Gärten gibt es? Wie prägten Auftraggeber und Architekten sowie politische und gesellschaftliche Entwicklungen ihre Planung, ihren Bau und ihre Nutzung? Welche gestalterischen Grundlagen, Traditionslinien und Vorbilder zeichnen sich ab? Wie gestaltet sich das Zusammenspiel zwischen Schloss und Garten? Welche Funktionen erfüllte es? Wie sind schließlich spätere Rück- und Weiterbauinitiativen sowie Rekonstruktionen und Umnutzungen einzuordnen?
Impulsreferate und kleinere Rechercheaufgaben sind Bestandteil des Seminars. In den Semesterferien erstellen die Teilnehmer zudem eine schriftliche Hausarbeit. Die Termine und Ziele der Tagesexkursionen werden in der ersten Sitzung bekanntgegeben.
The course will be held in German and English. Both languages can be used for presentations and written assignments. Participants should have an adequate command of both German and English in order to follow all presentations and discussions.

 
dienstags, 9:45 – 13 Uhr
1. Termin: 10.04.18
K1, 5.17

Lehrpersonen Dietlinde Schmitt-Vollmer, Else Schlegel

Radikale Ideen hatten 1919 die jungen Mitglieder der Gruppe „Die gläserne Kette“, die unter Pseudonymen in konspirativen „Rundmails“ über Architekturentwürfe und Kunstpolitik diskutierten.
Sie waren hierzu von Bruno Taut aufgefordert worden, – als einige wenige der vielen Mitglieder des „Arbeitsrats für Kunst“. Auch dieser versuchte neue Architekturauffassungen in kleinen, jedoch viel beachteten Ausstellungen darzulegen und zu verbreiten.
Während der existentiellen Auftragsflaute unmittelbar nach Ende des ersten Weltkriegs verfolgten sie alle unterschiedliche architektonische Ziele und Projekte und entwarfen visionäre Architekturen und neuartige Ausbildungsprogramme.
Mitglieder dieser „Gläsernen Kette“ waren Bruno Taut, Walter Gropius, Hans Scharoun, die Brüder Luckhardt, Herrmann Finsterlin und andere. Einige dieser Akteure schrieben beständig in der „Gläsernen Kette“, andere -wie Gropius – schwiegen konstant. Dennoch sind auch sie stark von dieser Phase der Diskussionen um die architektonische Zukunftsgestaltung beeinflusst.
Inhalt des Seminars ist es, sich mit den publizierten Texten dieser Rundbriefe zu beschäftigen und sich über diesen Blog hinaus dem Kontext und dem gebauten Werk dieser wegbereitenden Architekten anzunähern.
Vor dem Hintergrund dieser Schriften und Entwürfe der „Gläsernen Kette“ sollen die Studierenden heutige Architektur-Blogs analysieren und deren Potential bewerten lernen.
Die Ergebnisse werden im Seminar anhand kl. Präsentation von den Studierenden dargelegt und abschließend in einer schriftlichen Hausarbeit ausformuliert.
Es sind mehrere kleine Exkursionen in der Region vorgesehen.

 
donnerstags, 9:45 – 13 Uhr
1. Termin: 19.04.18
K1, 5.17

Lehrperson Dietlinde Schmitt-Vollmer